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8. Oktober 2021

Television | Telecom | radio

Der Radiostreit ist entschieden

Der Radiostreit ist entschieden – zumindest vorläufig.
Auch die EBL 3-in-1-Abonnenten können nun doch bis Ende 2024 UKW-Radio hören.

Ende August haben die Schweizer Radioveranstalter entschieden: Die Abschaltung der UKW-Technologie soll doch erst auf Ende 2024 erfolgen und nicht schon zwei Jahre früher, wie das vor einem Jahr beschlossen wurde. Roger Schawinski, Medienpionier und Inhaber von Radio 1 in Zürich, ist gegen diesen Entscheid Sturm gelaufen und konnte mehr und mehr Politikerinnen und Politiker, sowie unüberhörbare Teile der Bevölkerung von seiner Meinung überzeugen. Zwar wollte Schawinski, dass UKW überhaupt nicht abgeschaltet wird, aber für die Radiohörerinnen und -hörer bedeutet der Aufschub immerhin, dass sie noch etwas Zeit haben für den Technologiewechsel. Denn trotz der Informationskampagne des Bundes, die seit bald fünf Jahren auf den nahenden Technologiewechsel hinweisen, hält sich die UKW-Technologie hartnäckig. Laut GfK Switzerland hat sich der Marktanteil von UKW zwischen 2015 und 2020 zwar fast halbiert, er machte aber 2020 noch immer 27 Prozent aus. DAB+ dominierte mit einem Marktanteil von 41 Prozent vor dem Internet-Streaming mit 32 Prozent.

 

Bist Du betroffen?

Wenn du dein Radiogerät oder deinen Fernseher an eine EBL-Steckdose angeschlossen hast, dann kannst du über darüber viele regionale, nationale und internationale Radiosender hören. Etwa 40 davon laufen noch über die Ultrakurzwelle, UKW. Anstatt UKW wird manchmal auch Radio FN für «Frequenzmodulation» gesagt. FN ist ein Verfahren, das den Radiosender unter anderem weniger störungsanfällig macht. Falls du ein Radio- oder Fernsehgerät hast, dass noch kein DAB+ empfangen kann, dann hörst du voraussichtlich ab dem 1.1. 2025 nichts mehr.

 

Du hast nun zwei Möglichkeiten:

1. Du kaufst dir, bis es so weit ist, ein neues Gerät, das DAB+ empfängt. Am besten achtest du beim Kauf eines neuen Radios auf das DAB + Cable Ready Logo. Damit kannst du sowohl digitale als auch analoge Sender hören. Hast Du schon ein DAB+ Gerät gekauft, das aber nicht Cable Ready ist, gibt es dafür zugelassene DAB+ Cable Adapter. Unsere Kollegen von UPC raten davon ab, das DAB+ Gerät mit Wurf- oder Teleskopantenne mittels Clip-Adapter an die UPC Dose anzuschliessen.

2. Du hörst deine liebsten Radiosender künftig als Stream übers Internet. Das geht ebenfalls über einen Internet-fähigen Fernseher, über Geräte wie Laptops – da empfehlen wir gute Boxen dazu – oder über smarte Speaker.

 

Wenn Du ein Auto etwas älteres Auto hast, ist es gut möglich, dass dein Autoradio kein DAB+ empfangen kann. Auch hier kannst du nachrüsten. Entweder mit einer Basellösung für etwa 100 Franken beim Autoelektroniker deines Vertrauens oder du wirfst das alte Radio auf den Elektroschrott und lässt dir für etwa 1000 Franken ein neues Autoradio einbauen.

 

Warum gibt es überhaupt den Wechsel auf DAB+?

Tja, aus heutiger Sicht ist das nicht mehr ganz klar. Der Technologiewechsel wurde schon vor langer Zeit eingeläutet und inzwischen ist klar, dass DAB+ wohl eher eine Übergangstechnologie sein wird. Irgendwann wird nur noch gestreamt. Bis dahin müssen sich alle Fans von UKW damit abfinden, dass sie für immer auf das typische Radiorauschen verzichten müssen. Für den Hörer sind die Unterschiede zwischen UKW und DAB+ eher unbedeutend. Der Grund für den Technologiewechsel liegt daran, dass in der Schweiz auf UKW viel Gedränge herrscht. Die Frequezen sind vollständig mit Programmen belegt. Der Umstieg auf DAB+ bietet mehr Platz für neue, unter anderem Nischen- oder sprachregionale Programme.