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12. Juni 2020

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Mein Fernseher bekommt die Galgenfrist

UHD-Fernsehen war in den letzten Wochen wieder vermehrt Thema in den Medien. Es soll bald zum Standard werden. Müssen wir jetzt einen neues TV-Gerät kaufen?

Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht. Aber im Laufe des nächsten Jahres will die SRG zur Ausstrahlung ihrer Sendungen auf Ultra High Definition, kurz: UHD, umstellen. Das kommt nicht wirklich überraschend – das entsprechende Codierverfahren wurde vor zehn Jahren entwickelt, ist seit 2013 international standardisiert und einige der privaten Sender, zum Beispiel RTL oder Pro/Sat.1, senden schon seit 2018 ganz oder teilweise im UHD-Signal. Trotzde

m war die Meldung einzelnen Medien einen Aufschrei wert: Zehntausende von Haushalten müssen jetzt ihrer Fernseher entsorgen und ein neues TV-Gerät kaufen!

Ich gebe es ja ungern zu, aber obwohl ich zuhause ansonsten technisch und digital ziemlich auf dem neusten Stand bin, gehört mein Fernseher in die Kategorie «älter als 2013». Das hat mit den persönlichen TV-Gewohnheiten zu tun, in Verbindung mit einer entsprechend hohen Hemmschwelle, den ansonsten guten HD-Fernseher auszutauschen. Jetzt wäre es also an der Zeit, den Schritt zu tun. Oder?

 

Was bringt UHD?

Das neue TV-Gerät muss aber nicht unbedingt 2020 oder 2021 her. Auch wenn immer mehr Sender auf UHD umstellen. Die meisten werden ihr Programm noch eine Weile gleichzeitig auf HD ausstrahlen. Wer eine Set-Top-Box nutzt, wie die von UPC, der kann ausserdem auch UHD Sendungen oder Sender empfangen. Die Box rechnet die Signale einfach auf HD runter. Was dabei verloren geht, ist natürlich das tollere Fernseherlebnis, das UHD zu bieten hat.
UHD bringt eine höhere Bildauflösung. Anstatt 2.1 Millionen Bildpunkte (Pixel) zeigt UHD das Bild 8.3 Millionen Bildpunkte. Das sind etwa viermal mehr. Deshalb steht auf den TV-Geräten manchmal 4K, obwohl dieser Begriff eigentlich aus dem Kino kommt. Durch die grössere Anzahl Pixel wird das Bild schärfer, es zeigt mehr Details, ist ruhiger, flimmert nicht. Ausserdem sind die Pixel kleiner. Deshalb kannst oder sollst du sogar vor einem grösseren UHD Fernsehgerät näher sitzen als vor einem kleineren HD-TV. Nur gerade 1.5 Mal die Länge der Bildschirmdiagonalen sei die ideale Distanz zu einem UHD-Fernseher (2.5 Mal beim HD TV), um den wahren Unterschied auch wirklich zu sehen, heisst es in Fachkreisen.

 

Lieber ein spritziger Ferrari

Den frappantesten Unterschied bringt aber nicht UHD selbst, sondern die HDR-Technologie, die von vielen UHD-fähigen TV-Geräten ebenfalls abgespielt werden kann. HDR bedeutet H

 

igh Dynamic Range und sie bringt grössere Kontraste sowohl bei hell/dunkel als auch bei den Farben, was soviel heisst, dass schwarz richtig tief schwarz sein kann und auch die hellen Bildbereiche schöner strahlen, die Farbpallette ist immens breiter, genauso wie die Abstufungen von hell zu dunkel sowie die dezenten Farbabstufungen. Die Bildwiedergabe ist damit viel, viel realistischer als bei Fernsehern ohne HDR-Technologie. Wenn du dir die Unterschiede im Fachgeschäft anschaust, wirst du staunen. HDR ist der Hammer. Also, wenn bei mir ein neuer UHD-Fernseher ins Haus kommt, dann nur einer mit HDR. Und auch da bleiben die Unterschiede gross, lese ich in diversen Artikeln. Ryan Wanyata und Simon Cohen von digitaltrends.com erklären die Qualitätsunterschiede, indem sie UHD mit Premiumkraftstoff vergleichen: «Du kannst denselben Kraftstoff in einen Hyundai oder einen Ferrari einfüllen, aber was der Hyundai mit diesem Kraftstoff macht, ist nicht vergleichbar mit dem, was der Ferrari damit machen kann. Ein hochwertiges TV-Gerät holt aus HDR-Inhalten das beste raus.» Ich denke, ich geben meinem HD TV die Galgenfrist und spare noch ein bisschen für meinen «Ferrari».

 

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