Titel_Blog-Telecom_de
28. Januar 2021

Television | Mobile | Apps | Internet | Trends | News | 5G | Roaming | DVBT

WhatsApp in der Kritik

What’s up mit WhatsApp?

WhatsApp war und ist die letzten Wochen ein viel diskutiertes Thema in den klassischen und sozialen Medien. Zunächst gab es auf Anfang Januar 2021 ein technisches Update, das dazu führte, dass der Messenger Dienst nicht mehr auf allen Mobiltelefonen läuft. Das ist eigentlich nichts Ungewöhnliches. Wer ein Telefon mit einem älteren Betriebssystem besitzt, muss immer damit rechnen, dass gewisse Applikationen nicht mehr laufen. So geschehen ist das nun mit dem letzten Update von WhatsApp. Der Dienst funktioniert nur noch ab dem Betriebssystemen iOS 9.0, das im September 2015 herausgegeben wurde, oder bei Android ab OS 4.0. vom Dezember 2011. Wer sein Telefon nicht auf diese oder ein neueres Betriebssystem updaten kann, aber nicht auf WhatsApp verzichten will, muss sich ein neues Mobiltelefon besorgen. Modelle, die das Update des Betriebssystems nicht mehr mitmachen, sind meistens um die 10 Jahre im Umlauf. So zum Beispiel das iPhone 4 oder ältere Apple-Modelle, das HTC Desire oder das Samsung Galaxy S2. Mit ihnen kannst Du WhatsApp nicht mehr nutzen.

Ein digitaler Exodus

Während das technische Update bei Fachleuten und Kundschaft nicht für viel Stirnrunzeln sorgte, führte die Message über die Änderung der Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien zu einem wahren Aufschrei und zur weltweiten Abwanderung von Nutzer*innen zu alternativen Messenger-Services. Ich gehe schwer davon aus, dass du schon irgendwo darüber gelesen oder davon gehört hast. Jeder User hat eine Message von WhatsApp bekommen, dass er/sie bis zum 8. Februar 2021 die neuen Bestimmungen akzeptieren muss und sonst wird sein/ihr Konto gelöscht. Darüber waren viele Nutzende nicht besonders glücklich, denn in der Datenschutzrichtlinie steht, dass WhatsApp als Facebook-Unternehmen Informationen mit anderen Facebook-Unternehmen teile: «Wir gehören zu den Facebook-Unternehmen. Als Teil der Facebook-Unternehmen erhält WhatsApp Informationen von den Facebook-Unternehmen und teilt auch Informationen mit diesen. Wir können mithilfe der von ihnen erhaltenen Informationen und sie können mithilfe der Informationen, die wir mit ihnen teilen, unsere Dienste bzw. ihre Angebote betreiben, bereitstellen, verbessern, verstehen, individualisieren, unterstützen und vermarkten.» Ich denke, es ist das Wort «vermarkten», das den meisten Usern missfällt. Wir wollen uns nicht an Facebook verkaufen. Nur ist das ein wenig naiv. Erstens gibt WhatsApp bereits Metadaten wie Nutzungszeiten der App, gespeicherte Kontakte oder der Zeitpunkt des Versendens einer Nachricht weiter. Bisher konnte wir das in den Einstellungen unterbinden, was wohl viele nicht gemacht haben. Zweitens geben wir ohnehin schon viel mehr Infos an Facebook weiter als uns bewusst ist. Auch ohne WhatsApp. Wenn Du nämlich von Facebook ein Cookie erhalten hast, weil Du ein Facebook-Konto hast oder auch nur auf der Facebook-Webseite warst, dann gibst du schon jetzt wahrscheinlich mehr Preis als Dir lieb ist. Nämlich mit jdem Besuch einer Website mit dem „Gefällt mir“-Button oder einem anderen sozialen Plugin. Und da musst du noch nicht einmal auf den Button klicken.

 

Wechseln oder nicht? Das «Missverständnis» sorgt für mehr Zeit

Für WhatsApp und Facebook ist das ganze Theater um ihre angepassten Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien ein grosses Missverständnis. Das Unternehmen betont auf seiner Webseite, dass es keine WhatsApp Informationen für die Platzierung von Werbung nutzt. Auch die Nachrichten selbst blieben verschlüsselt und würden deshalb weder mit Dritten noch mit Facebook geteilt. Um sich mehr Zeit zu geben, die Missverständnisse aus der Welt zu schaffen und seiner Kundschaft mehr Zeit, um sich besser zu informieren, hat WhatsApp entschieden, mit dem Rauswurf zögerlicher Kunden zuzuwarten und die Deadline für die Annahme der Bestimmungen vom 8. Februar auf den 15. Mai 2021 zu verschieben. Du hast also noch ein bisschen Zeit, um zu entscheiden, ob du auf einen anderen Dienst wechseln willst – als Alternative empfehlen die meisten Experten «Signal» oder «Threema» – oder, ob Du als Social Media Junkie der Welt und Facebook alleweil alles preisgibst und deshalb, wie viele andere auch, ohne Zögern bei WhatsApp bleiben kannst.